2019er Muskateller Qualitätswein feinherb 0.75l

feinherb

Artikelnummer:5
Alkohol11,2%
Säure6,9g/l
Restzucker16,9g/l
enthält Sulfite


7.60 €
für 0.75l, 10.13 €/ l
inkl. 19% MwSt., zzgl. Versand
Anz.:


Rebsorte:
Der Gelbe Muskateller ist eine der ältesten uns bekannten Rebsorten, in unserem Sortiment aber ein „Jungspund“.

Muskateller-Weine haben ein unverwechselbares Bukett von Holunderblüten, Zitronenmelisse und Muskat. Mit etwas Restsüße und fruchtiger Säure bauen wir ihn besonders gerne „feinherb“ aus.

2007 erstmals in unseren Weinbergen gepflanzt, greifen wir mit dem Muskateller-Anbau eine alte „mittelrheinische Tradition“ wieder auf.

Erwähnungen des Muskatellers in Urkunden und Rechnungen vom Mittelrhein aus dem 14. und 15 Jahrhundert zufolge war er in dieser Zeit stark verbreitet. So ließ sich Papst Pius II (1458-1464) jährlich Muskateller vom Mittelrhein kommen, eine gute Idee, wie wir finden.

 

Jahrgang 2019:

2019 war für uns Winzer ein spannungsreiches Jahr und eine „Achterbahnfahrt“ an Wetterextremen:

Im Winter regnete es wenig, so dass nur geringe Wasserreserven gebildet werden konnten.

Der frühe Austrieb Mitte April bereitete uns Sorgen hinsichtlich einer Spätfrostgefahr. Glücklicherweise blieben wir in allen Steillagen von Schäden, die der Frost Anfang Mai hätte mit sich bringen können, verschont.

Die Blüte erfolgte zeitlich etwa im langjährigen Mittel, war allerdings „verzettelt“.

Im Sommer wurde es heiß und heißer bis für einige Tage die 40°C -Marke Ende Juli überschritten wurde.

In manchen Lagen führte dies zu Problemen mit Sonnenbrand, der in diesem Ausmaß in unseren Breitgraden wohl nie zuvor an Trauben aufgetreten war.

Eine neue Herausforderung für den Weinbau in unserer Region, die eigentlich für ihre „Cool-Climate-Weine“ insbesondere den Riesling berühmt ist.

Der Ausspruch: „Learning by doing“ ist im Weinbau gelebter Alltag.

Hatte sich eine arbeitsaufwendige und gründliche Entblätterung der Traubenzone von Hand in den letzten Jahren als gutes Mittel zur Belüftung der Traubenzone und als Schutz vor Pilzkrankheiten etabliert, wurde uns in 2019 in aller Deutlichkeit die Kehrseite vor Augen geführt.

Bei absehbarer Wiederholung einer Hitzeperiode dieser Art werden wir daher 2020 für mehr Beschattung der Trauben sorgen, indem wir den Hauptteil der Blätter auf Höhe der Traubenzone belassen.

Hatte sich die Vegetation Ende Juni bis Mitte Juli beschleunigt, kam sie Ende Juli bis Anfang August durch die starke Trockenheit fast zum Erliegen.

Früh verfärbten sich rote Traubensorten, nach Reifebeginn kam es zu schnellen Anstiegen der Mostgewichte und wir begannen bereits Ende August mit den Lesevorbereitungen. Damit gemeint sind Wartung und Reinigung des „Lesegeschirrs“ und aller Einrichtungen des Weinkellers.

Anfang September setzte dann eine Regenphase ein.

Kurzen trockenen Intervallen folgten stetig weitere Niederschläge, so dass wir mit der Lese am 17. September 2019 starteten. Der Lesebeginn erfolgte später als 2018 und dadurch im Mittel der letzten Jahre.

Bei den frühreifen Burgundersorten, dem Kerner, Muskateller und Gewürztraminer ließen sich die Trauben zügig und bei zumeist trockenem Wetter lesen.

Ganz so einfach war es beim Riesling nicht, der im weiteren Leseverlauf eine starke Selektion erforderlich machte.

Da bei uns alle Trauben von Hand gelesen werden, erfolgt diese direkt im Weinberg.

Die Jungweine probieren sich trotz der erlittenen Wetterkapriolen überraschend gut, sie haben lebendige Säuren, eine ausgeprägte Aromatik und Frische.

Durch die Edelfäule haben gerade die später gelesenen Rieslingweine hohe Extrakt-Werte.

Als Resümee können wir sagen: „Ende gut - alles gut!“

Vinifikation:
100 % Handlese, kurze Maischestandzeit, temperaturgesteuerte Gärung anschließend ein fünfmonatiges Feinhefelager, Ausbau im Edelstahltank.

 

Verkostungsnotitz:
Duft: Holunderblüten, Zitronenmelisse
Geschmack: Intensiv, frisch und spritzig

Lagerfähigkeit:
Zwei Jahre.

Genuss-Empfehlung:
Bei 8 - 10 °C genießen.